Nachhaltige Beschaffung als Teil der Unternehmens-DNA: Ergebnisse des Barometers 2021

September 15, 2021 DE EcoVadis DE

Nachhaltige Beschaffung war für Unternehmen schon vor COVID-19 ein wichtiges Thema, jedoch hat die Pandemie ein Schlaglicht auf Versäumnisse in der Lieferkette geworfen, so dass viele befürchteten, der weltweite Fortschritt in Sachen Nachhaltigkeit würde zum Stillstand kommen. Das EcoVadis-Barometer 2021 für nachhaltige Beschaffung zeigt jedoch, dass das Gegenteil der Fall ist. 

Da die Führungskräfte zunehmend erkennen, dass die Nachhaltigkeitspraktiken ihrer Unternehmen zur Widerstandsfähigkeit ihrer Wertschöpfungsketten beigetragen und ihnen geholfen haben, die Krise zu überstehen, ist die Bedeutung der Nachhaltigkeit gestiegen. Die Zahl der Führungskräfte, die die Nachhaltigkeitsziele ihres Unternehmens als "sehr wichtig" ansehen, hat sich mehr als verdoppelt - 63 % halten sie für sehr wichtig - vor zwei Jahren waren es nur 25 %.

Während Hunderte von Unternehmen weltweit Programme zur nachhaltigen Beschaffung eingeführt haben oder derzeit einführen, gibt es eindeutig führende Unternehmen, die deutlich mehr Nutzen aus ihren Programmen ziehen als andere. Die Barometer-Studie identifiziert diese als "Sustainable Procurement Leader", eine Gruppe von Befragten, die Nachhaltigkeitskriterien offensiv in ihren Beschaffungsprozess integrieren, und zwar anhand der Breite der berücksichtigten Kriterien, der Tiefe der Integration in die Richtlinien, der Abdeckung der gesamten Lieferbasis, der geografischen Verteilung und mehr. Was machen diese führenden Unternehmen anders, um diese herausragende Ergebnisse zu erzielen? Was können andere Organisationen von diesen Sustainable Procurement Leadern lernen, damit sie ihre Lieferkette auch nach der Pandemie resilienter, nahhaltiger und damit erfolgreicher gestalten können? Das sind die Ergebnisse des diesjährigen Barometers:

Eine ganzheitliche Sichtweise einnehmen

Der Business Case für Nachhaltigkeit konzentriert sich nicht mehr nur auf die üblichen Faktoren wie Kosteneinsparungen, Reputation, Risikomanagement und Ressourceneffizienz. Ein Bewusstseinswandel hin zu einem ganzheitlichen Ansatz für eine widerstandsfähige Beschaffung kann einen tiefgreifenden Systemwandel und Wachstum bewirken. Die Sustainable Procurement Leader setzen dies bereits um. Zum Beispiel integriert ein viel höherer Prozentsatz der "Leader" Nachhaltigkeitskriterien in ein breiteres Spektrum von Beschaffungsprozessen, z.B. bei der Auswahl neuer Lieferanten, bei Ausschreibungen, bei der Umsetzung von Anreiz- und Anerkennungsprogrammen, bei der Entscheidung, ob die Beziehung zu nicht konformen Lieferanten beendet werden soll, und in vielen weiteren Prozessen.

Die "Leader" betrachten die nachhaltige Beschaffung als einen wichtigen Bestandteil, der jeden Teil ihrer Beschaffungsstrategie, -prozesse und -entscheidungen beeinflusst. Da Ergebnisse für diese Unternehmen sehr wichtig sind, sind sie wahrscheinlich bereit, mehr in die nachhaltige Beschaffung und in die Verbesserung der Transparenz ihrer Lieferkette zu investieren.

 

In die richtigen Werkzeuge investieren

Zu lange wurde die Lieferkette als Kosten- und Risikoquelle betrachtet, die es zu managen galt, optimiert auf Just-in-Time-Effizienz zur Minimierung von Kosten und taktischen Risiken. Die Erkenntnisse der Leader-Teams zeigen jedoch, dass jetzt der perfekte Zeitpunkt ist, um über die Krisenbereitschaft hinauszugehen und die Widerstandsfähigkeit als Teil eines agilen Motors aufzubauen, der Innovationen vorantreiben, schnell auf veränderte Geschäftsbedingungen reagieren und Chancen nutzen kann. 

Um dies zu erreichen, muss das Beschaffungswesen noch enger als bisher mit den Partnern in der Wertschöpfungskette zusammenarbeiten, um gemeinsame Kennzahlen zu entwickeln und sich auf die Nachhaltigkeitsleistung und -verbesserung zu fokussieren. Aus diesem Grund investieren die führenden Unternehmen verstärkt in die Instrumente und Bewertungsprogramme, die erforderlich sind, um sicherzustellen, dass ihre Lieferanten während der gesamten Geschäftsbeziehung eine gute Nachhaltigkeitsleistung erbringen, und um zu verfolgen, ob und wie sich diese Leistung verbessert.

 

Ein höherer Prozentsatz der führenden Unternehmen im Bereich der nachhaltigen Beschaffung nutzt jedes der im Barometer aufgeführten Instrumente - Modelle zur Bewertung von Risiken in Bezug auf Kategorien/Länder, Selbstbewertungen der Lieferanten, Auditprogramme für Lieferanten und Pläne für Korrekturmaßnahmen, Gesamtkostenmodelle, die Kriterien für nachhaltige Entwicklung enthalten, sowie Nachhaltigkeitsdatenbanken von Drittanbietern. Und mehr als die Hälfte der führenden Unternehmen (im Vergleich zu weniger als 20 % der nicht führenden Unternehmen) setzt auch zwei proaktive Instrumente ein: Schulungsprogramme für Lieferanten und Leitlinien für Einkäufer*innen zu Best Practices.

Dies kann auf den Reifegrad der Programme der führenden Unternehmen zurückgeführt werden, aber auch darauf, dass sie mehr Gewicht darauf legen, dass ihre Zulieferer nachhaltige Praktiken anwenden.

Diese Praktiken - die Integration eines ganzheitlichen Ansatzes in die Beschaffungsprozesse und die Investition in die richtigen Instrumente -  sind ein wesentlicher Bestandteil des effektiven Managements der Lieferkette und des Aufbaus einer widerstandsfähigen Zukunft. Sustainable Procurement Leader haben diese Praktiken zu einem wesentlichen Bestandteil des Aufbaus einer widerstandsfähigen Lieferkette gemacht und gehen als Beispiel voran. Die anderen Unternehmen sollten sich jetzt auf ihre Lieferkette konzentrieren und  ähnliche Praktiken übernehmen, bevor die nächste Krise kommt.

Erfahren Sie mehr im vollständigen Bericht zum Barometer 2021

Über den Autor

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EcoVadis ist der weltweit zuverlässigste Anbieter von Nachhaltigkeitsratings und intelligenten, kollaborativen Tools zur Leistungssteigerung für globale Lieferketten. EcoVadis‘ einfach zu handhabende und umsetzbare Nachhaltigkeits-Scorecards, die von einer leistungsstarken Technologieplattform und einem globalen Team von CSR-Experten unterstützt werden, bieten detaillierte Einblicke in ökologische, soziale und ethische Risiken in 200 Einkaufskategorien und 160 Ländern. Branchenführer wie Johnson & Johnson, Verizon, L’Oréal, Subway, Nestlé, Salesforce, Michelin und BASF gehören zu den mehr als 75.000 Unternehmen im EcoVadis-Netzwerk, die alle mit einer einzigen Methodik arbeiten, um Nachhaltigkeitsleistungen zu bewerten, die Zusammenarbeit und den Schutz ihrer Marken zu verbessern und Innovation zu fördern.

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